In der Stadt Bamberg wird zurzeit ein neuer Mietspiegel erarbeitet, der als Maßstab für die Kosten der Unterkunft dienen soll. Diese sind Bestandteil der Hilfe zum Lebensunterhalt für hilfebedürftige Menschen (für Menschen, welche Transferleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld 2 erhalten). Über den aktuellen Planungsstand dieses so genannten grundsicherungsrelevanten Mietspiegels wurde am 24.10.2017 vom beauftragten Institut ALP aus Hamburg informiert. Zum Informationsgespräch wurde seitens der Stadt Bamberg auch der Familienbeirat eingeladen.

Nach der Präsentation zeigten sich die beiden Vertreter des Familienbeirates, Harald Rost und Peter Ehmann, sehr ernüchtert. Obwohl im November 2018 dieser grundsicherungsrelevante Mietspiegel im Stadtrat vorgestellt werden soll, konnten beim Informationsgespräch keine Zahlen vorgelegt werden. Erläutert wurde lediglich, wie das schlüssige Konzept zur Herleitung von Mietobergrenzen für angemessene Unterkunftskosten aus dem Mietspiegel abgeleitet werden soll. Also ein weitgehend theoretischer Vortrag. Herr Dr. Promann vom Institut ALP verwies lediglich darauf, dass insgesamt 12.500 Fragebögen an Mieter und Vermieter in der Stadt Bamberg verschickt wurden. Erst auf Nachfrage wurde deutlich, dass nur knapp 1.000 ausgefüllt zurückgeschickt wurden. Harald Rost wies auf die dünne Datenbasis hin fragte nach der Aussagekraft einer solchen Untersuchung, wenn über 90 % der Befragten keine Angaben machten. Peter Ehmann bat Dr. Promann um das Aufzeigen von weiteren Möglichkeiten, um die Datenbasis zu verbessern. Künftig könnten gewissermaßen als Gegencheck auch stärker Angebotsmieten analysiert und in die Betrachtung einbezogen werden. So wäre ein realitätsgerechteres Abbild des Mietpreises im unteren Mietpreissegment zu erzielen.

Die Vertreter des Familienbeirates zeigten sich enttäuscht und sehr skeptisch, ob mit dem künftigen grundsicherungsrelevanten Mietspiegel die betroffenen Menschen ihre Mieten bezahlen können. Scheinbar wurden die Unzulänglichkeiten und Versäumnisse, auf die der Familienbeirat bereits bei der Erstellung des letzten Mietspiegels hingewiesen hat, nicht berücksichtigt. Es bleibt abzuwarten, welche Werte für die Mietobergrenzen herauskommen und wie realistisch sie sind. Anhand der SGB II Statistik wird der Familienbeirat dies zukünftig beobachten.

Peter Ehmann – Caritasverband der Stadt Bamberg
Harald Rost – Familienbeirat der Stadt Bamberg